Tunnel Bad Bergzabern, Ortsumfahrung B427 (NÖT)

Bauherr: Land Rheinland-Pfalz

Auftraggeber: ARGE Tunnel bad Bergzabern (Bemo Tunnelling – Subterra)

Bauzeit: 2021-2022

Tunnellänge: je 1,5 km bergmännischer Vortrieb Haupttunnel und Rettungsstollen

Baukosten: 71 Mio. EUR

Der rd. 1,5 km lange Tunnel Bad Bergzabern ist Kernbestandteil der Ortsumfahrung für den gleichnamigen Kurort. Er ist als Gegenverkehrstunnel mit einem regulären Ausbruchquerschnitt von 101 m² konzipiert, zwei Pannenbuchten mit größerem Durchmesser (193 m²) befinden sich rd. 0,4 km von beiden Portalen entfernt. Der Rettungsstollen mit einem Querschnitt von rd. 30 m² ist durch sechs Querschläge mit dem Haupttunnel verbunden. Der Tunnel wurde in konventioneller bergmännischer Bauweise nach den Prinzipien der NÖT vorgetrieben.

Geologisch ist das Projekt durch eine Abfolge triassischer Sand- und untergeordnet Ton-Schluffsteine aus dem Buntsandstein gekennzeichnet. Bei der Öffnung des nahegelegenen Oberrheingrabens wurden diese Gesteine durch zahlreiche Verwerfungen verstellt, gegeneinander versetzt und durch migrierende hydrothermale Lösungen überprägt. Rezente Verwitterungsvorgänge trugen zu einer zusätzlichen Veränderung bei und bilden ein in Summe äußerst heterogenes Gebirge, das eine klein-räumige und intensive Variation von Verwitterungsgrad, Gesteinsfestigkeit und Trennflächengefüge aufwies. Diese Umstände führten zu einer kleinräumig extrem wechselhaften und nur schwer prognostizierbaren Abfolge von Gesteinen in den Vortrieben.  

Von Oktober 2021 bis September 2023 waren wir von der bauausführenden Arbeitsgemeinschaft mit der geologisch-ingenieurgeologischen Begleitung und Beratung der Vortriebsarbeiten betraut. Zu den anspruchsvollen Aufgaben, die wir mit einem ständig vor Ort verfügbaren Ingenieurgeologen bearbeitet haben, zählt neben der täglichen einvernehmlichen Dokumentation der Tunnelortsbrust und der Koordinierung ergänzender Feld- und Laboruntersuchungen auch die Erstellung von Längsschnitten, Prognosen und Stellungnahmen, die den Projektbeteiligten als Grundlage für die fortlaufende Anpassung der Vortriebs- und Stützmaßnahmen dienten.