Bauherr: Freistaat Bayern
Auftraggeber: ARGE Kramertunnel (Bemo Tunnelling – Subterra)
Arbeitsgemeinschaftspartner: geo.zt gmbh, Hall in Tirol
Bauzeit: 2011-2019
Tunnellänge: 3523 m bergm.nnischer Vortrieb Haupttunnel, 348 m bergm.nnischer Vortrieb Rettungsstollen
Baukosten: 365 Mio. EUR
Der Kramertunnel ist Bestandteil der westlichen Ortsumfahrung von Garmisch-Partenkirchen. Der rd. 3,6 km lange Tunnel wird zukünftig die Bundesstraße B23 unter dem Kramermassiv in Richtung Reutte ableiten. Das Bauwerk ist als zweispuriger Straßentunnel mit einem Ausbruchsquerschnitt von rd. 92 m² ausgelegt. Über 13 Querschläge ist die Hauptröhre mit dem parallel verlaufenden Rettungsstollen verbunden, der über einen Querschnitt von rd. 29 m² verfügt. Nach seiner Fertigstellung wird der Kramertunnel der längste Straßentunnel Bayerns und der viertlängste Straßentunnel in Deutschland sein. Der Tunnel wurde in konventioneller bergmännischer Bauweise nach den Prinzipien der NÖT vorgetrieben.
In den „Festgesteinsabschnitten“ durchörtert der Tunnel eine Abfolge von Kalk- und Mergelsteinen der alpinen Trias (Raibler Schichten, Hauptdolomit, Plattenkalk und Kössener Schichten). Im anspruchsvollen „Bergsturzvortrieb“ waren Haupttunnel und Rettungsstollen auf einer Strecke von rd. 300 m unter vorauseilenden Drainagemaßnahmen in einer wassererfüllten, heterogenen Abfolge gravitativ eingeglittener Dolomitbrekzien vorzutreiben.
In Arbeitsgemeinschaft mit dem Büro geo.zt, Hall i. T. waren wir von Februar 2020 bis Dezember 2022 von der bauausführenden Arbeitsgemeinschaft mit der geologisch-ingenieurgeologischen Begleitung und Beratung der Vortriebsarbeiten betraut. Zu den anspruchsvollen Aufgaben, die wir mit einem ständig vor Ort verfügbaren Team an Ingenieurgeologen bearbeitet haben, zählt neben der täglichen Dokumentation der Tunnelortsbrust und der Koordinierung ergänzender Feld- und Laboruntersuchungen auch die Durchführung und Protokollierung einer täglichen Geotechnikbesprechung, im Rahmen derer die bautechnischen Maßnahmen im anspruchsvollen „Bergsturzvortrieb“ (Vortrieb Süd) gemeinsam von Auftraggeber und Auftragnehmer festgelegt wurden.

